Employer branding: Mitarbeiter lieb haben

1 Oktober 2014 - 3 Minuten Lesezeit

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Internal Employer Branding ist das Thema von 2014. Eine wichtige Maßnahme - denn die ­beste Strategie funktioniert nicht, wenn die Belegschaft übergangen wird und die Arbeitgebermarke nicht mitträgt.

Es ist eine starke Waffe im Kampf um die passenden Mitarbeiter: Internal Employer Branding ist wichtig für die klassische Mitarbeiterbindung - und das sollte nicht unterschätzt werden. Gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen. Wenn keine dicken Budgets für die Personalsuche eingeplant sind, kann die Empfehlung eines Arbeitgebers durch die eigenen Mitarbeiter zum entscheidenden Faktor werden.

Doch auch bei großen Unternehmen gilt: Gut gemachte Employer-Branding- oder Personalmarketing-Kampagnen laufen ins Leere, wenn sie an der Realität des Unternehmens vorbeigehen und von denjenigen, die schon im Unternehmen arbeiten, nicht mitgetragen werden. Nicht zuletzt darum steht beim Kompetenznetzwerk ,,Qualität im Employer Branding" (Queb) in diesem Jahr das Thema Internal Employer Branding im Fokus seines Awards (siehe Kasten).

Employer Branding

,,Employer Branding ist dann gut und wirksam, wenn es gelingt, Mitarbeiter nicht nur für das Unternehmen zu gewinnen, sondern sie auch langfristig zu halten. Dazu ist es erforderlich, dass Botschaften authentisch sind und ein realistisches Bild eines Arbeitgebers zeichnen", erklärt Bernd Schmitz, Mitglied des Queb-Vorstands und Leiter Hochschulmarketing bei Bayer, und fügt hinzu: ,,Insofern ist unsere Arbeitgebermarke für uns immer auch ein Ansporn, den Status quo zu hinterfragen und uns fortlaufend zu verbessern, damit Außerdarstellung und interne Wirklichkeit möglichst vollständig miteinander übereinstimmen. Denn nur so wird es uns langfristig gelingen, die Versprechen unseres Employer Brandings gegenüber unseren Beschäftigten überzeugend einzulösen."

Für Johanna Füllgraf, Leiterin der Personal­marketingagentur Advalue Media, ist dabei ein Gesichtspunkt entscheidend: ,,Eine Arbeitgebermarke wird nicht vorgegeben. Sie wird vielmehr von Geschäftsführung und Belegschaft in einem gemeinsamen Prozess erarbeitet." Ihrer Erfahrung nach ist die Wahrnehmung eines Unternehmens im Top-Management eher von Visionen und Zielen getrieben, während Mitarbeiter es realistischer sehen. Diese Diskrepanz kann sich negativ auswirken, wenn das Employer Branding sie nicht im Blick hat. Darum ist es entscheidend, die Belegschaft über einen stetigen internen Dialog an Bord zu holen.

Markenbotschaft

Wertschätzung ist der Dreh- und Angelpunkt Dieser Prozess ist die Basis für die gesamte HR-Arbeit - und im Grunde genommen sehr einfach. Es geht darum, die Kolleginnen und Kollegen in einem Unternehmen in einen Austausch einzubinden, sie die Employer Brand mitgestalten zu lassen - und so zu Markenbotschaftern zu machen. ,,Mitarbeiter müssen durch den Prozess letztlich zu Trägern der Arbeitgebermarke werden", erklärt Füllgraf.

Hier ist interne Kommunikation gefragt. Und deren Botschaft lautet Wertschätzung. Wer in die Entwicklung der Arbeitgebermarke einbezogen wird, der fühlt sich ernst genommen, beteiligt - und eben wertgeschätzt. Aber Internal Employer Branding hat noch einen weiteren Aspekt, und der zielt auf die Kommunikation dieser Wertschätzung ab. Johanna Füllgraf hat da einige Ideen. Zum Beispiel könnte ein Unternehmen am Eingang der Kantine oder einem anderen Bereich, an dem die Mitarbeiter vorbeikommen, einen Screen aufstellen, auf dem in Dauerschleife ein Video mit einem Gruß des Geschäftsführers läuft, der sich zum Beispiel bei den Mitarbeitern für den Gewinn eines Kunden bedankt.

Ein anderes geeignetes Kommunikationsmittel sieht sie in ein internes soziales Netzwerk. Auch diese werde gern zu Hause geöffnet. Eine weitere Idee: Arbeitgeber können den Brief mit dem Gehaltszettel nutzen, um ihren Dank im Rahmen einer kurzen Botschaft zu platzieren. Letztlich bleibt: Unternehmen, die auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter eingehen und diese an der Gestaltung ihrer Arbeitswelt beteiligen, sind hier einen Schritt weiter. Denn wie gesagt: Es gibt keine bessere Werbung für ein Unternehmen als einen Arbeitnehmer, der begeistert darüber erzählt.

Speakap the Team

Geschrieben von Speakap the Team