Dell setzt für interne Kommunikation auf Social Media

21 Dezember 2011 - 3 Minuten Lesezeit

Der Computerhersteller Dell setzt bei der unternehmensinternen Kommunikation weniger auf E-Mail und mehr auf eine Social-Media-Plattform. Durch die Nutzung von neuer Software steige die Relevanz ausgetauschter Informationen, sagt Marketing-Manager Michael Buck. 

 

Der Computerhersteller und -Direktverkäufer Dell macht mit einem neuen Medium für die unternehmensinterne Kommunikation gute Erfahrungen. Seit Herbst 2010 können und sollen die Mitarbeiter von Dell weltweit das neues soziales Netzwerk nutzen. Es wurde von dem Softwarehaus Salesforce entwickelt und läuft ebenso wie die CRM-Anwendungen dieses Anbieters als Software-as-a-Service. Das neues Netzwerk bringt die Welt der Sozialen Medien ins Büro. Es ist eine Mischung von Live-Online-Foren, Chat, Twitter und Facebook, zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Unternehmen. Häufig sind Links auf Präsentationen oder Videos integriert. Die Software pusht Informationen über Themen und von Kollegen, für die ein Mitarbeiter Interesse angemeldet hat, automatisch auf den Bildschirm - egal ob es der Screen des Smartphones oder der Büro-PC ist. 

Kommunikation in Echtzeit

,,Ich habe Zugriff auf relevante Informationen, die mich sonst gar nicht erreichen würden" - mit diesen Worten beschreibt Michael Buck, Leiter Globales Online Marketing und Marketing Strategie bei Dell, den Hauptvorteil des Informationssystems. Ausgangspunkt der Entscheidung war laut Buck Unzufriedenheit mit dem alten Intranet der Firma. ,,Es war zu statisch, da fand weitgehend ein Monolog statt", fasst der Manager die Kritik zusammen.

Bei eines soziales Netzwerk funktioniert die Kommunikation demgegenüber in Echtzeit: Mitarbeiter schreiben Anfragen oder publizieren für die Arbeit interessante Informationen, auf die andere Kollegen sofort reagieren. Die Vernetzung folgt im wesentlichen zwei Prinzipien: Man kann bestimmten Personen ,,folgen", und man kann sich in Gruppen zu bestimmten Themen einklinken.

Personen und Gruppen

Buck etwa ist ,,Follower" von rund 500 Kollegen. Das Spektrum reicht von Mitarbeitern seiner über den Globus verteilten Marketing-Abteilung bis zu Firmenchef Michael Dell. Umgekehrt ,,folgen" Bucks Notizen über 600 andere Dell-Angestellte. Die meisten seiner Kollegen sind allerdings in deutlich weniger Nachrichten-Ströme eingebunden.

Die zweite Vernetzungsebene sind Gruppen. Das Netzwerk unterscheidet zwischen ,,Groups" zu den verschiedensten Themen sowie ,,Accounts" (Kunden) und ,,Opportunities" (potenzielle Kunden). Vor allem zu den beiden letzt genannten Gruppen gibt es strikte Richtlinien und Zugangskontrollen, wer teilnehmen darf - schließlich sollen sensible Kenntnisse über Kunden nicht in den falschen Händen landen. Typische Group-Themen sind etwa eine Region oder eine Produktgruppe von Dell. Buck betont den Wert einer Group zum Thema Kundenzufriedenheit für seine Arbeit.

Das Netzwerk funktioniert nicht zuletzt deshalb gut, weil die Mitarbeiter das System nur für ,,relevante" Informationen nutzen, sagt Buck. Im Gegensatz zu Facebook sei hier kein Platz für Klatsch und Tratsch. Dafür sorge eine strikte Etikette. ,,Das Intranet war zu statisch" Michael Buck, Leiter Globales Online Marketing und Marketing Strategie bei Dell.

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Geschrieben von Speakap the Team