Ist Loyalität das größte Problem in Non-Desk Branchen?

7 Mai 2019 - 6 Minuten Lesezeit

Wenn HR und die Betriebsabteilung ihr Unternehmen, ihre Region oder Branchen-Betriebskosten untersuchen, kommen unvermeidbar Kosten wie Gehälter, Räumlichkeiten, Training, Tools und Programme auf. Wie viele Unternehmen messen aber das, was die Cornell University School of Hotel Administration die „stillen Kosten“ der Mitarbeiterfluktuation nennt?

Laut der Speakap Umfrage mit HR-Experten in Non-Desk Branchen, haben 38% der Befragten aus dem Einzelhandel, Gastgewerbe, Freizeit- und Entertainment jedes Jahr eine Mitarbeiterfluktuation von 21% oder mehr; 44% berichteten, dass die Mitarbeiter im Durchschnitt zwei Jahre oder weniger bei dem Unternehmen bleiben.

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Laut dem US Büro für Arbeitsstatistiken, lag die Fluktuationsrate 2016 in der Restaurantbranche bei unglaublichen 73%.

Der wahre Preis der stillen Kosten

Viele Führungskräfte in Einzelhandels- und Gastgewerbeunternehmen nehmen fälschlicherweise an, dass eine hohe Fluktuation in ihrer Branche unvermeidbar ist und ihnen die Hände gebunden sind. Wenn sie sich aber der Größenordnung der Kosten bewusst wären, würden sie vielleicht anders denken.

In diesem Bericht The Costs of Employee Turnover: When the Devil Is in the Details, (die Kosten der Fluktuation: der Teufel steckt im Detail) teilt die Cornell University School of Hotel Administration die Kosten in folgende Kategorien ein:

  • Vorab-Kosten: Die Zeit nachdem die Mitarbeiter die Kündigung eingereicht haben und typischerweise mit dem Off-Boarding beschäftigt sind, Verantwortlichkeiten und die Zeitkosten der Entlassungsgespräche
  • Einstellung: Ausschreibung und Werbekosten für die Schaffung eines Bewerberpools
  • Auswahl: Die Kandidaten auswählen, interviewen und Hintergrundchecks und Referenzabgleiche durchführen
  • Einweisung und Training: Der Onboarding Prozess und die Zeit, die Manager oder HR in das geeignete Training investieren
  • Produktivitätsverlust: dies beinhaltet die verminderte Produktivität des austretenden Mitarbeiters, die Lernkurve für jeden noch so erfahrenen neuen Mitarbeiter, die “Störungskosten” des neuen Mitarbeiters, der die Unterstützung von Kollegen und Managern benötigt und die Opportunitätskosten der offenen Stelle.

Der Bericht zeigt, dass sogar bei einer konservativen Schätzung die Kosten der Fluktuation sich auf mehr als 5.000$ pro ersetztem Mitarbeiter belaufen, rund 70% davon sind aufgrund des Produktivitätsverlustes – diese Zahl variiert je nach Branche und Einzelfall.

Die Rechnung ist einfach. Wenn Ihre mittelgroße Restaurantkette 1.000 Mitarbeiter beschäftigt, dann können Sie pro Jahr erwarten, dass mindestens 210 dieser Mitarbeiter gehen (die oben genannten 21%), was Sie dann etwas mehr als eine Million Dollar kostet (210 x 5.000$).

Die Non-Desk Mitarbeiterfluktuation könnte sich noch verschlimmern

Ohne die notwendige Aufmerksamkeit und eine unternehmensweite Strategie, könnte die Mitarbeiterfluktuation in Zukunft noch höher werden, da jüngere Mitarbeiter die Mehrheit des Personals ausmachen. Unsere kürzlich durchgeführte Speakap Umfrage zeigte, dass die Mehrheit der Non-Desk Mitarbeiter bei 48% der Unternehmen Millennials sind, gefolgt von der Generation X (25%), Generation Z (20%) und Baby Boomers (nur 7%).

Dies sorgt für zunehmende Besorgnis, besonders angesichts der Offenbarung, dass Mitarbeiter unter 24 mit drei Mal höherer Wahrscheinlichkeit als Baby Boomer ihren Job wechseln. Es ist eine Situation, die vielleicht in der Restaurantbranche am meisten gespürt wird, wo bis zu 60% des Personals zwischen 16 und 25 Jahre alt ist.

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Schritte, die Sie setzen können, um die Mitarbeiterfluktuation zu bekämpfen

Eine hohe Mitarbeiterfluktuation muss keine branchenweite Gegebenheit sein. Non-Desk Unternehmen wie Wegmans, Patagonia, In-N-Out Burger, Lululemon, Trader Joe’s, Hilton, Ikea and Nando’s sind regelmäßig auf den „Top Places to Work“ Listen auf beiden Seiten des Atlantiks. Ihre Fluktutationsraten bestätigen dies. Was können Sie also unternehmen, um die Mitarbeiterfluktuation an Ihrem Arbeitsplatz zu verringern?

  1. Frontline-Mitarbeiter wechseln nicht zwischen Fast-food Restaurants oder gehen von einem Fashion-Einzelhändler zum nächsten. Wenn nichts ihre Treue verlangt, dann suchen sie sich einen Arbeitgeber in einer anderen Non-Desk Branche, wenn sie dort ein besseres Gehalt oder mehr Flexibilität erwartet. Ihre Konkurrenz ist also größer als Sie denken – aber dafür auch Ihr Bewerberpool.
  2. 76% des Restaurantpersonals denken, dass ihr Team eines der besten Faktoren am Job ist, also stellen Sie sicher, dass Sie die richtigen Plattformen und Gelegenheiten bieten, damit die Mitarbeiter vernetzt bleiben können und Neuigkeiten und Einsichten miteinander teilen können.
  3. Die Nutzerdaten von Speakap zeigen, dass Unternehmensnachrichten 77% der gesamten “likes“ auf dem Enterprise Social Network des Unternehmens bekamen – Mitarbeiter wollen von Ihrem Arbeitgeber motiviert werden, aber oft sind die notwendigen Mechanismen oder Tools nicht vorhanden.
  4. Wenn wir von fehlenden Tools und Prozessen sprechen, 57% der HR Manager in Non-Desk Branchen geben zu keinen Feedback Prozess für die Frontline-Mitarbeiter zu haben.
  5. 64% der Restaurantmitarbeiter denken, dass die flexiblen Arbeitszeiten einer der besten Teile ihres Jobs sind.
  6. Jüngere Mitarbeiter schätzen besonders die Individualität – sie bevorzugen es bei einem Einzelhändler zu arbeiten, der ihnen zum Beispiel erlaubt bei der Arbeit ihre persönliche Kleidung zu tragen, auch wenn alle anderen Faktoren identisch sind. Wenn Sie Ihren Mitarbeitern Uniformen geben, dann bieten Sie andere Möglichkeiten für den persönlichen Touch – von der Arbeitsplatzgestaltung zu einer individuellen Vorstellung auf der Mitarbeiterapp des Unternehmens.
  7. Unsere neueste Studie zeigte, dass die Schlüssel, um unmotivierte Mitarbeiter zu engagierten Markenliebhabern zu machen, gezielte Nachrichten, Zugang zu Lern- und Weiterbildungsunterlagen und regelmäßiges Feedback sind. Bieten Sie diese an?
  8. Und zu guter Letzt, und ja, etwas unverhohlen, berichtet Penn Schoen Berland, dass 42% der Millennials ein Unternehmen aufgrund von “Substandard-Technologie“ verlassen würden.

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Stellen Sie sicher, dass Sie beginnen die stillen Kosten und Gewinnkiller, wie Mitarbeiterfluktuation messen und beginnen den richtigen Weg einzuschlagen. Der Lohn wird viel höher sein als je irgendwer in Ihrem Unternehmen bemerkt hat.

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Matt Warnock

Geschrieben von Matt Warnock

Matt is Content Marketing Director at Speakap. He's here to help you achieve corporate greatness.