Mitarbeitermotivation: es geht um mehr als gratis Pizza

3 Oktober 2019 - 8 Minuten Lesezeit

Viele Unternehmen haben begonnen, die Vorteile und Bedeutung der Mitarbeitermotivation zu erkennen – von einer Perspektive des Wissensmanagements aus und auch in Bezug auf Kosteneinsparung, erhöhter Produktivität und Rentabilität.

Einige Punkte haben sich dabei allerdings nicht verändert:

  1. „Mitarbeitermotivation“ ist schon seit über 10 Jahren ein Schlagwort
  2. Die Mitarbeitermotivation hat sich in dieser Zeit nur vernachlässigbar verbessert (die meisten Studien zeigen, dass sie auf 37-38 Prozent festgefahren ist).
  3. Vielleicht ist es Zeit, die Dinge anders anzugehen als „so, wie es schon immer gewesen ist“, weil dieser Ansatz nur dazu geführt hat, dass fast zwei Drittel des Personals aktiv eine neue Arbeitsstelle sucht.

Unternehmen wissen bereits (oder werden sich dessen jetzt zumindest bewusst), dass die Mitarbeitermotivation wichtig ist; was sie noch immer nicht wissen ist, wie sie dies in ihrer Unternehmenskultur und unter den Mitarbeitern umsetzen sollten.

Die fehlende Mitarbeitermotivation hat Unternehmen stark getroffen – in Form von verringerter Produktivität, höherer Abwesenheit und freiwilligen Kündigungen seitens der Mitarbeiter. Die Kosten der Mitarbeiterfluktuation sind gut dokumentiert; kein Unternehmen kann es sich leisten ein ständig wechselndes Personal zu haben. Die Höhe der Summen, die für den Ersatz guter Arbeitskräfte aufgebracht werden müssen – von der Bewerbung der Stelle, bis zum Interview, Anheuerung, Onboarding, Training … nur um die neuen Mitarbeiter auf das Level der Person zu bringen, die sie ersetzen – ist schwindelerregend.

Die Kultivierung einer Unternehmenskultur ist nach innen genauso wichtig wie nach außen. Auch wenn dies zuvor vielleicht nur für große Organisationen gegolten hat; es ist kristallklar, dass sogar kleinere Unternehmen, ab 100 Mitarbeitern, dieses Erfordernis erkennen müssen.

Die Tatsache, dass Mitarbeitermotivation so eng mit dem Alltagsgeschäften eines Unternehmens verbunden ist zeigt, dass es nicht mit einem einmaligen Aufwand getan ist. Wenn die Mitarbeitermotivation wirklich richtig durchgeführt werden soll, braucht es jemanden, der das Management dafür übernimmt und dessen Hauptaufgabe es ist.

Wo findet die Mitarbeitermotivation ihren Platz?

Wenn man es genau nimmt ist die Mitarbeitermotivation die Summe aus der Unternehmenskultur und Arbeitsplatzzufriedenheit, dazu zählt die Beziehung der Mitarbeiter zu ihren Vorgesetzten und dem restlichen Team. Es herrscht eine natürliche Diskrepanz zwischen dem, was Mitarbeiter wollen und was Arbeitgeber wollen, aber es ist kein Tauziehen. In seiner erfolgreichsten Form ist es eine wahre Partnerschaft.

Nur wenn wahre Mitarbeitermotivation erreicht wurde, können Unternehmen den Ertrag ihrer Arbeit sehen; die freiwilligen Anstrengungen der Mitarbeiter („das bisschen Extra“ geben), die sie sich so sehnlichst wünschen. Mitarbeiter werden zu Markenbotschaftern des Unternehmens.

Die Mitarbeitermotivation betrifft mehrere unterschiedliche Positionen im Betrieb, die interne Kommunikation ist dabei an erster Stelle.

Interne Kommunikation ist keinesfalls „interne PR“, aber es ist nach innen gerichtete Information, die hochrangig ist und mit der man sich in die Mission, Vision und Ziele des Unternehmens einbinden kann. In anderen Worten ist das oberste Ziel Engagement.

Heute fordern Studien Führungskräfte dazu auf mehr Zeit in die Interaktion mit Mitarbeitern zu investieren. Die Tage der Einwegkommunikation von oben nach unten sind definitiv vorbei.

Das Medium trägt die Botschaft

Letzten Endes ist das Ziel der internen Kommunikation den Mitarbeitern zeitnah, durch den bevorzugten, zugänglichen Kanal die Informationen zu liefern, die sie brauchen. Das mit dem zugänglichen Kanal kann dabei oft ein Problem darstellen.

Ein Schlüsselpunkt ist zu merken, dass Mitarbeiter kein unfreiwilliges Publikum mehr darstellen. Es macht keinen Sinn zu erwarten, dass sie von visuell ansprechenden Zeitschriften in der Konsumwelt in das Büro kommen und dort einen stagnierenden, veralteten Newsletter lesen. Wie Wahrscheinlich ist es, dass Millennials und Mitarbeiter der Generation X, die den Großteil des Personals ausmachen, den Übergang von Facebook, Twitter, Instagram und Snapchat im privaten Umfeld zum Intranet im Unternehmen – das 1997 der letzte Schrei war – ansprechend finden?

Das etwas fortschrittlichere Soziale Intranet verfolgt fünf Ziele:

  • Die Mitarbeitermotivation erhöhen (einfach zu verwenden und aktualisieren)
  • Zusammenarbeit erhöhen (auf einer gemeinsamen Plattform)
  • Frust reduzieren (leicht zugängliche Dokumente und Information)
  • Kommunikation und Wissensmanagement verbessern
  • Prozesse optimieren (große Dateien korrigieren und veröffentlichen)

Diese neuen Eigenschaften bringen erhebliche Kosteneinsparungen mit sich, sowohl im Kernprodukt als auch in der Entwicklung.

In einer Zeit, in der die Belegschaften immer mehr zu Fernarbeit tendieren und vom Mobiltelefon abhängig sind, ist es nur natürlich, dass eventuell Anwendungen, die für mobile Geräte designt werden auf den Markt kommen. Sie sind so gestaltet, um den Sozialen Plattformen, die Mitarbeiter ohnehin schon gerne verwenden, zu ähneln und das hält die Lernkurve für das Produkt auch minimal. Es braucht keinen Meister, um ein Bild oder Video hochzuladen. Der Fokus liegt auf Zugänglichkeit, was die Bereitschaft der Mitarbeiter erhöht sich mit den Inhalten zu beschäftigen.

Aber Mitarbeitermotivation ist nicht das endgültige Ziel

Für Mitarbeiter ist es nicht besonders notwendig motiviert zu sein. Die Dinge, die Menschen motivieren, wie den Sinn in ihrer Arbeit sehen, sich wertgeschätzt fühlen, Verbundenheit mit der Mission und den Zielen des Unternehmens zu fühlen, sind reizvoller.

Die Geschäftsführer und Führungskräfte haben ebenso mehr Interesse an den Vorteilen, die eine motivierte Belegschaft mit sich bringt: niedrige Fluktuation, erhöhte Produktivität, ein besserer Kundenservice und höhere Rentabilität.

Das ultimative Zeichen der Motivation ist ein freiwilliger Mehraufwand und dieser ist nicht käuflich. Es ist auch von Natur aus keine reine Gegenleistung. Gut bezahlte Mitarbeiter können trotzdem unmotiviert sein und schlecht bezahlte Mitarbeiter können motiviert sein (obwohl es zugegeben einfacher ist Mitarbeiter zu motivieren, wenn sie zumindest fair bezahlt werden).

Menschen bleiben aus fünf Gründen bei einem Unternehmen: Ihr Manager, Ihre Kollegen, Bezahlung, Zusatzleistungen und Verbundenheit mit den Zielen des Unternehmens/der Führungsebene.

Letzen Endes bedeutet dies Eines: Mitarbeiter bleiben und engagieren sich dort wo sie sich wertgeschätzt fühlen.

Wert: Der Schlüssel zu Allem

Ganz einfach gesagt beginnt alle Mitarbeitermotivation mit einer Frage: Fühlt sich der Mitarbeiter wertgeschätzt? Und die Frage wird in zwei anknüpfende Unterfragen geteilt;

Erstens: “Kenne und verstehe ich meine Rolle im Unternehmen und weiß ich was ich beeinflusse?“ Wenn der Mitarbeiter nicht weiß was seine Wirkung ist, kann er oder sie sich unmöglich wertgeschätzt fühlen (wenn sie nicht wissen ob sie überhaupt zum Wert des Unternehmens beitragen).

Zweitens: “Erkennen Andere (meine Kollegen und Vorgesetzten) den Unterschied, den ich im Unternehmen mache?“ Wenn der Mitarbeiter versteht wie er oder sie zum Wert beitragen kann, wird es wichtig festzulegen ob dieser Glaube auch im Unternehmen geteilt wird. Dies gibt auch Einsichten in das Feedback, das ein Mitarbeiter erhält (was sehr wichtig für die Motivation ist).

Versuchen Sie nicht Ihre Mitarbeiter glücklich zu machen

In letzter Zeit haben Unternehmen Motivation mit Zufriedenheit verwechselt und Umfragen messen das „Glück“ oder die „Zufriedenheit“ der Mitarbeiter. Zufriedenheit führt aber nicht zwingend zu Motivation. Es gibt keine direkte Verbindung.

Diese Einstellung hat dazu geführt, das in der Mitarbeitermotivation das Wichtige übersehen wird: authentische, transparente Kommunikation. Stattdessen liegt der Fokus viel zu oft auf Programmen wie Happy Hour nach der Arbeit und gratis Pizza am Freitag. Es ist wichtig den Aufwand für Mitarbeitermotivation immer mit Business Cases zu stützen, sonst haben Sie kein Motivationsprogramm sondern lediglich eine nette Nebenleistung.

Motivation kommt von einer Veränderung in der Führungsphilosophie und Kommunikation und von den unterschiedlichen Weisen, wie Sie zeigen, dass Sie Ihre Mitarbeiter wertschätzen. Am Ende ist es das, was sicherstellt, dass die Mitarbeiter beim Unternehmen blieben.

Unmotivierte Mitarbeiter machen um die 70% aus, da ist ein gratis Bagel im Monat einfach nicht genug um den Spieß umzudrehen.

Motivation – wirkliche Motivation – ist so viel mehr als das.

 

Über den Autor

Chris Palermo ist ein preisgekrönter Experte der internen Kommunikation und Mitarbeitermotivation. Er hat in seinen vorherigen Posten Programme geschaffen, die Unternehmen dabei helfen die Employee Experience, Unternehmenskultur und Moral im Unternehmen um mehr als 100% zu verbessern. Neue Kommunikationskanäle – interne soziale Medien – und beidseitige, transparente Kommunikation halfen diesen Unternehmen freiwillige Kündigungen drastisch zu reduzieren und die Produktivität und Rentabilität zu erhöhen. Chris erhielt von der International Association of Business Communicators den “Achievement in Communications” Preis, im Besonderen für seine Arbeit in der Planung und Ausführung einer umfangreichen Strategie zur internen Kommunikation.

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Chris Palermo

Geschrieben von Chris Palermo

Chris Palermo is an award-winning internal communications and employee engagement professional. He has created programs to help companies improve employee experience, corporate culture and morale by more than 100% in previous roles.