Welche Rolle spielt Technologie in der Employee Experience?

5 April 2019 - 9 Minuten Lesezeit

Als SaaS Unternehmen mit einer Plattform zur Mitarbeiterkommunikation ist für uns die Forschungsarbeit kritisch, um die Schmerzpunkte, aktuellen Praktiken und Prioritäten der Experten in HR und interner Kommunikation zu verstehen. Außerdem liefert sie uns auch wertvolle Einsichten, die wir verwenden können, um unser Produkt zu verbessern. Mit neuen und innovativen Funktionen können wir für die Endnutzer eine positive Employee Experience bieten.

Aus diesem Grund haben wir kürzlich über 250 HR Experten in den Vereinigten Staaten und Großbritannien dazu befragt, wie sie die Technologie verwenden, um ihre Mitarbeiter zu verwalten, motivieren und behalten. Wir baten sie auch die Herausforderungen und Prioritäten für HR in der Arbeit mit unterschiedlichen Generationen von Mitarbeitern (Milennials, Generation Z und Baby boomers) hervorzuheben. Die Umfrage wurde im Februar gestartet und zielte auf HR-Experten in unterschiedlichen Geschäftseinheiten, inklusive dem Einzelhandel, Gastgewerbe, Entertainment, Baugewerbe und der Konsumgüterindustrie ab.

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Die Erkenntnisse waren interessant, überraschend und schockierend in einem. Um einen tieferen Einblick in die Datenergebnisse und Erkenntnisse aus dem Bericht zu erhalten, habe ich mich mit unserem Mitbegründer Erwin Van Der Vlist zusammengesetzt und ihn gefragt, was seine Gedanken dazu sind und was dies für Unternehmen mit Non-Desk Mitarbeitern bedeuten könnte. Das hatte er dazu zu sagen.

Was hat dich an diesem Bericht am meisten überrascht?

Erwin Van Der Vlist: Einer der größten Überraschungen war, dass über die Hälfte (51 Prozent) der befragten HR-Experten meinten, sie modifizieren Ihre Kommunikation je nach der Altersdemografik ihrer Mitarbeiter. Das ist für mich sowohl überraschend als auch beruhigend.

Wir wissen bereits, dass jede Generation – Millennials, Generation Z, Generation X und Baby Boomers – alle unterschiedliche Kommunikationsstile, Erwartungen und Präferenzen haben. Hinzu kommt, dass jede Generation unterschiedliche Fertigkeiten und Vertrautheit mit der Verwendung der Technologie hat. Manche haben eine höhere mobile und soziale Annahmerate als andere. Dies wird von den Daten unserer Studie unterstützt. Als wir weiter nachgefragt haben, warum HR Experten sich dazu entscheiden ihre Kommunikationsmethoden an die Altersgruppen anzupassen, nannten 49 Prozent der Befragten „Unterschiedliche Vertrautheit und Fertigkeiten mit der Technologie“ und 27 Prozent nannten „unterschiedliche mobile Annahmeraten“.

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Angesichts dieser Unterschiede, würde ich vorschlagen, dass Unternehmen bei ihrer HR Kommunikation einen Buyer-Persona-Ansatz verwenden, um besser zu verstehen, wo ihre Mitarbeiter online nach Information suchen, welche Inhalte sie am meisten konsumieren und welche Inhalte sie am ehesten dazu beeinflussen etwas zu unternehmen. Dies wird sich als sehr wertvoll zeigen, wenn Unternehmen und ihre HR Abteilungen eine sinnvolle Beziehung mit ihren Mitarbeitern aufbauen und sie auf Langzeit motivieren wollen.

Eine weitere Überraschung war, wie überholt und ineffizient die aktuelle Feedbackmethode für Mitarbeiter noch in vielen Unternehmen ist. Unsere Studie zeigte, dass 39 Prozent der Befragten noch Umfragen auf Papier austeilen und 49 Prozent das Intranet des Unternehmens dazu verwenden, um von den Mitarbeitern Feedback einzuholen. Im Jahr 2019 scheint dies nicht intuitiv zu sein, besonders wenn man bedenkt, wie wichtig Mobilgeräte und die Technologie für die Ausführung alltäglicher Aufgaben und Jobs sind.

Warum denkst du, dass Millennials die Mitarbeitergruppe ist, die am schwersten zu motivieren ist? Wie können Unternehmen diese Herausforderung meistern?

Erwin Van Der Vlist: Millennials sind Personen, die zwischen Mitte der 80er und Anfang der 90er geboren wurden. Diese Altersgruppe ist mit der Technologie und Mobilgeräten aufgewachsen. Sie werten bedeutungsvolle Erlebnisse höher als Produkte, sind eher idealistisch als pragmatisch und sind ständig auf der Suche nach persönlicher Verwirklichung, sowohl im Privat- als auch im Berufsleben. Millennials haben hohe Standards und tolerieren keine suboptimalen Erlebnisse – ob das die Customer Experience ist, die Marken liefern, oder die Employee Experience, das ein Unternehmen bietet. Wenn man all diese Präferenzen und Verhaltensmuster zusammentut, ist es kein Wunder, dass 32 Prozent der Befragten in unserer Studie meinten, dass die Millennials die schwierigste Mitarbeitergruppe zu motivieren und engagieren ist.

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Eine Art mit Millennials auf ihre Weise zu kommunizieren ist es, sie zu ermutigen die Inhalte ihrer Kollegen, Teams, Regionen, Vorgesetzten und sogar der Zentrale auf den Enterprise Social Networks zu teilen und damit zu interagieren. Wie kann Ihre HR-Abteilung dies erzielen? Sie könnten zum Beispiel monatliche Wettbewerbe veranstalten, die Ihre Millennial-Mitarbeiter ermutigen das zu tun, was sie in ihrem Privatleben ohnehin schon machen – sozial zu werden und interessante Fakten, Fotos, Videos und Nachrichten zu teilen. Wenn Ihre HR-Abteilung und Geschäftsleitung der digitalen Konversation beitreten, indem sie den Inhalt liken, kommentieren und damit interagieren, wird dies dazu führen, dass die Millennial-Mitarbeiter eine stärkere und bedeutungsvollere Beziehung mit dem Unternehmen aufbauen. Dies ist ein Schritt in die Richtung der reduzierten Fluktuation in Ihrem Unternehmen.

Zusätzlich können Unternehmen das sozial intuitive Erlebnis von Enterprise Social Networks für sich nutzen und diese Plattformen verwenden, um laufend Weiterbildung und Lerninhalte zu bieten. Dies wird den Millennials helfen, nicht nur ihre arbeitsrelevanten Fähigkeiten, Produktivität und Leistung zu verbessern, sondern ihnen auch das Gefühl von persönlicher Verwirklichung in ihrer Rolle geben und ihre Arbeitszufriedenheit erhöhen.

Mit der bisher niedrigsten Arbeitslosigkeit ist die Personalsuche ohnehin schon schwierig. Zusätzlich weist dieser Bericht darauf hin, dass die jungen Arbeitskräfte am schwierigsten zu motivieren und behalten sind. Denkst du, dass Unternehmen in diesem Zusammenhang mehr tun könnten, um mit einer positiven Employee Experience (z.B. das Recht auf Abschalten der Arbeiter fördern) hervorzustechen?

Erwin Van Der Vlist: Wenn man von der Employee Experience spricht, ist es wichtig im Sinn zu behalten, dass die Experience das Gesamterlebnis bedeutet. Von dem Zeitpunkt an, an dem ein Mitarbeiter online Informationen zum Unternehmen findet, über den Interview-Prozess, der Onboarding-Phase bis zu dem Langzeit-Prozess der Kommunikation und Einbindung des Mitarbeiters. Aber viel zu oft, wird der Kommunikation am wenigsten Aufmerksamkeit zugeteilt, sie wird nicht priorisiert und nicht mit so viel Energie und Investition ausgeführt wie sie sollte. Am Ende passiert es, dass Mitarbeiter nicht mitbekommen, wenn im Unternehmen Änderungen vorgenommen werden (z.B. in der Organisationsstruktur, Ausweitungspläne, Neueinstellungen, Wachstum, Produkteinführungen) und das kann zu Verwirrung, Frustration und zu einer Ernüchterung im Bezug auf die gesamte Employee Experience führen.

Einer der Hauptunterscheidungsmerkmale, meiner Meinung nach, wäre es für Arbeitgeber die Mitarbeiter zu unterstützen oder gar zu ermutigen außerhalb der Arbeitszeiten abzuschalten (und nicht auf E-Mails und Nachrichten zu antworten). Wenn man sich Länder, wie die USA ansieht, erwarten die meisten Unternehmen, dass die Mitarbeiter rund um die Uhr erreichbar sind und zu jeder Tages- und Nachtzeit auf Nachrichten antworten. Und selbst wenn es nicht festgelegt oder in Regeln geschrieben steht, ist die ständige Erreichbarkeit auf mobilen Geräten zur Normalität geworden. Wenn Sie also dieselbe speziell entwickelte Mitarbeiterapp für die Kommunikation verwenden (ob Sie ein Teilzeit-Mitarbeiter oder Teil des Managementteams in der Zentrale sind) kann jeder, ungeachtet seines Status im Unternehmen die eingebaute ‚Bitte nicht stören‘ Funktion verwenden und alle Benachrichtigungen der Arbeit stummschalten. So können Sie die Ruhe und Freizeit genießen, um außerhalb der Arbeit das zu tun was Sie glücklich macht.

 

47 der Befragten in der Studie meinten, dass Millennials und Generation Z-Mitarbeiter Feedback in Echtzeit bevorzugen. Sind die Mitarbeiter heutzutage zu ungeduldig?

Erwin Van Der Vlist: Man kann dieses Ergebnis auf zwei Arten betrachten. Auf der einen Seite ist es ein Resultat der Art, in der Generation Z und Millennials groß geworden sind. Von einem sehr jungen Alter an, haben sie das Smartphone in ihrer Hand (und in ihrem Leben) gehabt und sie neigen dazu gleichzeitig mehrere mobile/soziale Kommunikationstools und Apps zu verwenden. Aber das muss und sollte nicht automatisch bedeuten, dass sie ungeduldig sind. Ich würde sie eher als Multitasker klassifizieren.

Employee Feedback

Der Wunsch nach Feedback in Echtzeit hat wenig mit Geduld zu tun meiner Ansicht nach. Es geht mehr darum verstehen zu wollen, wie gut sie ihre Leistung erbringen und konstruktives Feedback zu erhalten, um die Leistung bei jeder Taktik, Entscheidung und jedem Projekt zu optimieren und maximieren. Wenn Unternehmen zu lange warten, um Feedback zu geben oder veraltete und unwirksame Methoden und Tools verwenden, um Feedback einzuholen, wird sich das unweigerlich negativ für die Mitarbeiter auswirken. Ohne Feedback arbeiten Mitarbeiter praktisch in einem Vakuum und machen ‚Sachen‘ einfach nur der ‚Sache‘ halber.

Wie denkst du, dass die Technologie helfen kann die Fluktuation zu verringern?

Erwin Van Der Vlist: Menschen verlassen aus verschiedensten Gründen ihren Job. Aber wenn man nicht weiß aus welchem Grund etwas geschieht, wie kann man je erwarten das Problem zu lösen? Für Unternehmen mit Fluktuationsproblemen, können People Analytics und Daten eine wichtige Art sein diese Einsichten in die Motivationslevels und das Kommunikationsverhalten der Mitarbeiter zu erhalten.

HR-Teams können auch Umfragetools, wie Hyphen, SurveyMonkey und Qualtrics in ihre Mitarbeiterkommunikationsapp integrieren, um es einfacher, schneller und effizienter zu machen die Mitarbeiter in Echtzeit zu ihrer Arbeitszufriedenheit, Ausrichtung mit der Unternehmenskultur und gesamten Employee Experience zu befragen. Dies wird die Feedbackschleife zwischen den Mitarbeitern und dem Management beschleunigen und potentieller Weise die Beziehung zwischen Saison- oder Non-Desk Mitarbeitern und dem Management verbessern. Zusätzlich können HR Teams die Daten auch verwenden, um die HR/Employee Experience Herausforderungen, Trends und Bereiche mit Verbesserungspotential, sowohl für einzelne Mitarbeiter, als auch das gesamte Personal, zu verstehen.

Eine weitere Art, in der die Technologie wenig engagierte Mitarbeiter zu treuen Markenbotschaftern machen kann, ist es eine Plattform zur Mitarbeiterkommunikation als Kanal zur Belohnung/Anerkennung zu verwenden, wenn Mitarbeiter Meilensteine erreichen, Ziele übertreffen oder ihre eigene Produktivität erhöhen. Dies erhöht nicht nur die Moral der Mitarbeiter, es gibt ihnen auch ein Gefühl der Wertschätzung und Unterstützung. All dies führt auf Langzeit zu glücklicheren und motivierteren Mitarbeitern und das bedeutet, dass die Chance geringer ist, dass sie die Kündigung einreichen.

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Ragini Bhalla

Geschrieben von Ragini Bhalla

A veteran in B2B content and communications, Ragini lives and breathes for storytelling, traveling (up to over 50 countries and still so many more to explore) and trying out new foods.